Hilfe, ich komm’ nicht mehr hinterher mit dem ganzen Lesen!

lost in infolandBei den meisten Menschen besteht ziemlich viel Unklarheit darüber, was Lesen und Lernen eigentlich wirklich ist. Das ist einer der wesentlichen Gründe warum Menschen sich so oft im Informationsdschungel verlieren.
Oder in anderen Worten:

Sie fühlen sich überfordert, gestresst, können sich wichtige Informationen partout nicht merken oder haben ständig Angst, irgendetwas Wichtiges übersehen zu haben. Irgendwie bekannt?

Wir bekommen inzwischen täglich mehr Informationen angeboten, als den Menschen im 15. Jahrhundert während ihres ganzen Lebens zur Verfügung stand.

Jede Minute werden 63 neue Webseiten publiziert. Das sind 2,8 Millionen pro Jahr.

Ich könnte Ihnen noch jede Menge weitere Beispiele nennen, aber sie würden alle dasselbe deutlich machen:
Wenn Sie nicht wissen, wie Sie zielgerichtet und effektiv durch diesen Ozean an Informationen schwimmen können, dann wird’s stressig.

Wenn man diese Situation noch mit langsamem Lesetempo und den Lerntechniken aus der Schule kombiniert, dann haben Sie ein ernstes Problem.

Warum?

Weil die Schule uns im Wesentlichen beigebracht hat, Lernen sei Lesen und die vorgegebenen Fakten dann zu erinnern und wiederzugeben.

Aber diese Idee hilft uns in unserem wirklichen Leben nicht viel.

Prof.Dr. Renate Caine stammt ursprünglich aus Deutschland und ist heute eine der wichtigsten Lernforscher in den USA. Ihre Definition von  Lernen ist dies:

„Lernen ist die Fähigkeit sinnvolle Entscheidungen im wirklichen Leben zu treffen, die auf dem Wissen der Menschen basieren und auf dem Sinn, den Sie in Ihren Erfahrungen erkennen können“.

Ich würde das Ganze noch einen Schritt weiterdrehen:

Lernen ist in Wirlklichkeit gleichbedeutend mit Verhaltensänderung.

Lassen Sie mich das wiederholen: Lernen ist gleichbedeutend mit Verhaltensänderung.

Wir lesen und lernen um unser Leben zu verbessern und das passiert nur, wenn wir die gelesenen Informationen benutzen und etwas TUN, oder?

Und die Grundlage für diesen Prozess sind Daten deren Menge stündlich explodiert. Aber isolierte Daten alleine sind völlig nutzlos wenn Sie nicht mit einem Nutzen für Sie verbunden sind.

D.h. der erste Schritt ist immer herauszufinden, ob die angebotenen Daten für Sie wesentlich sind und ob Sie sie mit Ihren persönlichen Zielen in Verbindung bringen können.
(Centered Learning kann Ihnen das übrigens sehr schnell beibringen)

In dem Fall werden sie zu Informationen. Aber auch das nützt uns noch nicht sehr viel, weil man mit isolierten Fakten kaum etwas anfangen kann. Darum nützt einem das mühsam angehäufte Schulwissen auch so wenig im wirklichen Leben.

Um also wirklich etwas von dem Prozess der Informationsaufnahme zu haben, müssen wir die Informationen organisisieren, sie in eine Struktur einfügen oder ein System. Dann haben wir den ersten wichtigen Schritt getan, weil jetzt geht’s um Wissen.

Damit dieses Wissen Ihnen allerdings irgendetwas nützen kann, müssen Sie es mit ERFAHRUNGEN verknüpfen, sonst bleibt es graue Theorie.

Solange Informationen oder Wissen aber nur Theorie blieben, verändert Ihr Leben sich nicht positiv, sondern das Ganze vergrößert nur den Informationsfluss den Sie bewältigen müssen. Das Einzige was wirklich hilft, ist dies:
Sie nehmen Informationen auf, organisieren sie zu Wissen, kombinieren das mit Erfahrungen, ändern Ihr Verhalten, erreichen dadurch Ihre Ziele besser  und kommen dadurch im Leben voran.

DAS ist Lernen.

Sehen Sie wie radikal sich diese Definition von Lernen von dem unterscheidet was die Schule Ihnen beigebracht hat? Das ist der wirkliche Grund für den Stress. Nicht die Informationsflut. Sondern dass Sie nicht wissen, woran Sie erkennen können, ob dieser Text für Sie relevant ist oder nicht. Weil Sie glauben, dass Sie alles lesen müssen. Besonders wenn die Informationen von Experten oder Autoritäten kommen. Denn das ist, was die Schule uns beigebracht hat…

Wenn irgendetwas hiervon auf Sie zutrifft, dann schlage ich vor, dass Sie einen Blick auf das Centered Learning System werfen – wir haben es entwickelt, um genau diese Probleme zu lösen.

Ansonsten würde ich mich freuen, wenn Sie mir erzählen, was Sie durch diesen Artikel gelernt haben oder was Sie in diesem Bereich täglich erleben.

Einfach unten in die Box schreiben icon wink

In diesem Sinne – herzlichen Gruß!

Ihr Tom Freudenthal


4 Beiträge zum Artikel “Hilfe, ich komm’ nicht mehr hinterher mit dem ganzen Lesen!”

  1. Tom  on September 21st, 2010

    Hallo ?
    Sie haben Recht – da ist ein Unterschied zwischen “persönlicher” Weiterbildung und dem Lernen von vorgegebenen Inhalten.

    Der Dreh- und Angelpunkt bei der ganzen Lernerei ist die Motivation. Oder anders ausgedrückt – die richtigen Emotionen. Emotionen können den Lernprozess extrem verlangsamen und sehr schwierig machen (Stress, Widerstand, Angst etc) – sie können das Lerntempo aber auch extrem beschleunigen (Begeisterung, Motivation, Vorfreude, Spaß etc.) Darum ist es so wichtig, alles zu tun, um in die richtige Gefühlswelt zu kommen. Wenn man die Inhalte völlig frei wählen kann, ist das natürlich am einfachsten, wird aber seltsamerweise von den meisten Menschen trotzdem nicht getan.
    Aber auch bei vorgegebenem Lernstoff gibt es IMMER Abstufungen des Interesses. Manches ist nervig, manches langweilig, aber anderes ist auch spannend.

    Der Punkt ist, sich zu erlauben, Selbstverantwortung zu übernehmen und die eigenen Emotionen als Referenzpunkt für das eigene Handeln zu nutzen – anders ausgedrückt, herauszufinden, was einen mehr motiviert, wo es zu finden ist im Material und dann dort anzufangen.

    Centered Learning baut auf dem so genannten Centering Prozess auf, der diesen Vorgang genau strukturiert. Nach unseren Erfahrungen konnte das bisher jeder sehr erfolgreich anwenden um sich sehr viel schneller Inhalte einzuprägen und mit mit mehr Spaß ;-)

    Mehr Infos finden Sie hier: http://www.schneller-wissen-speichern.de

  2. mbemr  on September 20th, 2010

    Hallo Tom, Sie haben mit diesem Thema mein Problem auf den Punkt gebracht. Die Frage ist, wie kann ich den Text, den ich lernen “muss”. So aufbereiten, dass ich das wichtigste erfasst habe und mir auch soweit einprägen kann, damit es nicht in ein paar Tagen oder Wochen wieder weg ist. Eine andere Frage ist, was wichtig ist ist eher eine subjektive Frage. Wenn ich ein Thema für mich perönliche durchlese nehme ich die für mich wichtige Information aus dem Text. Wenn ich aber eine Weiterbildung betreibe, dann ist es davon abhängig, was der Dozent als wichtig erachtet und das kann schon mal von meinen Vorstellungen abweichen…

  3. Tom  on Juli 10th, 2010

    Ganz genau. Was ist denn gestern geschehen?

  4. Monika  on Juli 10th, 2010

    Wenn ich zielorientiert denke, kann ich auch für mich nützliche Daten/Infoangebote besser erkennen und: s. o. Def.Lernen. So geschehen gestern.


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