Stopp das Lesen um schneller zu Lernen!

STOPWie bitte? Klingt widersprüchlich oder? Aber hier ist mein Punkt: Sinn und Zweck von Lernen ist nicht wahllos Wissen anzuhäufen, nur um noch mehr Informationen im Kopf zu haben.
Wirkliches Lernen ist dies:

1. Finden Sie Ihr Ziel, 2. Lokalisieren Sie das nötige Wissen um das Ziel zu erreichen, 3. Nehmen Sie das Wissen auf, 4. Speichern es ab, 5. Verwenden es indem Sie Ihr Verhalten ändern, um an Ihr Ziel zu kommen.

Das ist die Kette. Die meisten Leute denken, dass lediglich der 3. Schritt Lernen bedeutet und wiederholen diesen Teil bis in alle Ewigkeiten. Das mag Spaß machen, bringt Sie aber nicht an Ihr Ziel.

Darum ist manchmal genau dies die Lösung:
Stop. Nehmen Sie was bis heute gelesen haben und machen Sie einen Schnitt.

Drehen sich um und machen einen Plan, hängen den an die Wand, halten sich dran und setzen ihn um. Nicht weiter nach der vielleicht noch besseren Lösung suchen, indem Sie immer weiter lesen ohne aufzuhören…weil Sie das von Schritt 4 und 5 abhält – richtig?

Haben Sie folgendes schon mal erlebt? (Ich schon icon wink

Nehmen wir an, Sie haben eine Vision, ein Ziel das Sie erreichen möchten, Sie wissen nur noch nicht wie Sie da hinkommen sollen. Sie fangen also an, zum Beispiel im Internet zu recherchieren. Sie finden eine Menge interessanter Informationen und manche Autoren bieten Ihnen sogar an, Ihnen noch mehr Infos zu schicken, wenn Sie Ihre Emailadresse abgeben. Sie sind also nach einer Weile bei einer Menge Newsletter eingetragen und das ist wunderbar, weil vieles ist wirklich nützlich.

Aber da ist ein kleines Problem. „Das nächste glänzende Objekt-Syndrom“.

Sie finden etwas und denken sich, genau, das werde ich jetzt machen um an mein Ziel zu kommen. Sie machen einen Plan, aber bevor Sie auch nur den ersten Schritt ausführen konnten, kommt schon die nächste Email und berichtet Ihnen von einer noch viel besseren Idee. Sie sind besorgt, dass die neue Information vielleicht doch besser sein könnte, als die, mit der Sie sich gerade beschäftigen.

Sie werden unsicher – „hmmhh -  vielleicht sollte ich doch lieber dies hier machen?“

Und während Sie noch darüber nachdenken, was denn nun die richtige Antwort sein könnte, landet schon das nächste „glänzende Objekt“ in Ihrer Inbox. Aufregend beschrieben, und nach einer Weile beschleicht Sie das Gefühl, dass Sie ein ganz klein bißchen abhängig werden von dem Adrenalinrausch und der Vorfreude, die diese Emails auslösen können.

Eines Tages wachen Sie auf und stellen fest: Eigentlich habe ich nicht wirklich irgendwas umgesetzt. Sie wissen jetzt zwar viel mehr als früher, aber geändert hat sich nichts und Ihrem Ziel sind Sie im letzten Monat auch kein Stück näher gekommen.

Also – was ist hier die Lösung?

1. Setzen Sie sich in Ruhe hin und entscheiden, welche der Ideen und Lösungen für Sie am meisten Sinn macht.

2. Machen Sie sich einen Plan. Am besten als MindMap oder als Flowchart; nicht einfach nur eine langweilige Liste.

3. Setzen Sie ein System auf, das Sie täglich an Ihren Plan erinnert. Hängen den Plan an die Wand über Ihrem Schreibtisch. Oder schicken sich selbst eine Erinnerung per Email. Oder machen schnell ein kleines Video über Ihre Vision und schauen sich das jeden Tag an.

4. Und dann versprechen Sie sich und vielleicht jemandem anderen vielleicht auch noch, dass Sie sich von NIEMANDEM von Ihrem Plan ablenken lassen bevor Sie die Ergebnisse sehen.

Und erst danach entscheiden Sie, ob das Ganze ein Erfolg war oder nicht. Wenn ja, dann machen Sie mehr davon, und sobald dieses System funktioniert und rund läuft, können Sie wieder auf die Suche nach „glänzenden Objekten“ gehen  icon wink

Aber wie Lee Iacocca schon sagte:

„Kommen Sie in die Gänge. Saugen Sie alles Wissen auf, das sie kriegen können, aber dann, um Gottes Willen, tun Sie was. Stehen Sie nicht nur rum, setzen Sie es um.“

Ok, das war’s für heute – lassen Sie mich wissen, was Sie davon halten und schreiben mir einen Kommentar, ok?

Einen schönen Sommer noch!

Ihr Tom Freudenthal


11 Beiträge zum Artikel “Stopp das Lesen um schneller zu Lernen!”

  1. Radojka Teskera  on September 29th, 2010

    Hallo Tom !!!!
    Mir kommt es vor alls wenn du den Text für mich geschrieben hast. DANKE !!!! du hast vollkommen recht !

    Liebe Grüße RADOJKA

  2. Tom  on August 12th, 2010

    Bin ganz und gar Ihrer Meinung, Michael ;-)

  3. Tom  on August 12th, 2010

    Hallo Manfred,

    Sprachen lernen ist ein ganz anderes Feld das tatsächlich andere Tools erfordert. Trotzdem – lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben:
    Lassen Sie uns drei Teenager aus einer Französisch-Klasse nehmen.

    Petra
    lernt zwar ihre Vokabellisten, aber widerwillig und auch nur deshalb, weil Ihre Eltern Druck machen und sich ein Strafsystem für schlechte Noten ausgedacht haben.

    Michaela
    dagegen lernt mit einer anderen Motivation: sie spart für ihren Führerschein und je besser die Noten, desto mehr stecken die Eltern in den Spartopf fürs Auto.

    Sandra

    hat einen ganz anderen Grund: Sie war letzten Sommer in Paris und hat dort die Liebe ihres Lebens gefunden.

    Leider kann Olivier kaum Englisch und so emailen sich die beiden auf Französisch. Und Sandra hat ein großes Interesse daran, ihm in allen Details ihre Gefühle zu beschreiben.

    Welches der drei Mädchen wird wohl am schnellsten Französisch lernen? Welches hat den meisten Spaß dabei?

    Sandra natürlich.

    Sie lernt ihre Vokabellisten drei- bis viermal so schnell wie die anderen (wobei Vokabeln Lernen mit Listen auch nicht gerade sinnvoll ist, aber dazu mehr an anderer Stelle). Sandra ist „intrinsisch motiviert“ wie die Lernforschung sagt. Für sie macht Französisch Lernen maximalen Sinn, weil diese Sprache ein Teil ihres Lebens ist. Sie liebt Paris und einen Pariser ganz besonders, dem sie möglichst genau beschreiben will, was ihr auf dem Herzen liegt. Diese Gefühle beeinflussen ihren Lernerfolg enorm und sie ist die Beste ihrer Klasse.

    (Aus der kostenlosen Broschüre “Die 7 Gesetze für effektives Lernen”)

    Lassen Sie mich wissen, wenn Sie noch weitere Fragen haben, ok?

  4. Manfred Oertel  on August 11th, 2010

    Ihre Idee leuchtet ein für das Erlernen konkreter Stoffe. Wie aber soll das gehen, wenn man eine Sprache möglichst schnell lernen will und zwar so, daß man sich mit den Landsleuten unterhalten kann?????
    Ich möchte gern schnell französisch lernen. Wie kann ich mir da “ein Ziel” setzen? Und wie lokalisiert man das Wissen, das zu diesem Ziel führt.
    Können Sie mir dafür ein plausibles Vorgehen erklären??

  5. Tom  on August 10th, 2010

    Für Christine und Mick,

    der einzige Weg, den ich kenne hat was Emotionen zu tun. Sobald wir erkennen, wie stark unsere Entscheidungen und damit auch das was wir tun, von unseren Emotionen gesteuert werden, gibt’s einen Weg und der geht so:
    Ich muss dafür sorgen, dass mein Ziel für das ich gelernt habe, A präsent ist in mir und B sich intensiv gut anfühlt. Und das möglichst oft. Dann entwickelt es sich zu so einer Art Leuchtturm der mich immer wieder an die Richtung meines Weges erinnert.

    Centered Learning geht von drei verschiedenen Motivationsarten aus – intrinsisch, extrinsisch und meidemotiviert. Wenn ich aus mir heraus motiviert bin (intrinsisch), dann ist das Ganze eh kein Problem.
    Wenn nicht, dann muss ich mich halt eine Weile intensiv mit meinem Ziel auseinandersetzen, damit es Zugkraft bekommt.
    Also mir ein inneres Bild machen. Intensiv FÜHLEN was ich erleben werde, wenn ich es erreicht habe. Täglich 10 Minuten drüber meditieren. Oder wie gesagt, mir ein Bild oder Video machen und mir das über den Schreibtisch hängen…

    Lasst mich wissen, ob Ihr was damit anfangen könnt, ok?

    Besten Gruß!
    Tom

  6. Andrea  on August 10th, 2010

    Hallo! Ja ich weiß ganz genau wovon Sie hier berichten – mir ging und geht es zeitweise genauso! Ich halte mich jetzt an eine Methode und nutze viele Tipps aus den ganzen Newsletter um Sie im Laufe der Zeit auf meine Homepage für andere zu veröffentlichen, die vielleicht diese Tipps nutzen können. So ist es nicht verschwendete Zeit und ich kann anderen Menschen mit meiner Neugier und meinem Interesse an Informationen noch helfen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lesern noch eine schöne sonnige und erfolgreiche Woche!

  7. Knobel  on August 10th, 2010

    Da haben Sie wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen! Ich habe genau das Problem zu viel zu lesen und dann völlig überladen zu sein. ich werde jetzt Ihren Rat umsetzen und zur Tat übergehen.
    Vielen dank!
    Tamara

  8. Hans  on August 10th, 2010

    Sehr guter Tipp :-)

  9. Michael A. Treibenreif  on August 10th, 2010

    Hallo Tom

    Meine Neugier hat mich zum Besitzer einer gewaltigen Bibliothek gebracht. Oft habe ich das Gefühl, dass mein Leben zu kurz sein wird um allte Bücher zu lesen die mich interessieren. Vor nicht alzu langer Zeit wollte ich mich weiterbilden. Das Ziel: das höhere Wirtschaftdiplom. Wie jeder ahnen kann, bedingt dies Vorbereitung, bearbeiten und viel zu lernen! Dank CL und Speedreading konnte ich dieses Ziel trotz privater Widrigkeiten erreichen. Wer nun meint “das wars!” tàuscht sich. Es kommt der Moment, bei welchem man aus der Vogelperspektive die neue Situation erfasst. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt auf, was du alles geleistet und gelernt hast. Du besitzt nun einen prall gefüllten Rucksack. Toll! Stolz macht sich berechtigt breit. Wozu hast Du einen Rucksack? In der Regel um auf eine Reise zu gehen. Jetzt wird’s unbequem. Wohin geht denn die Reise? Die Unternehmung, bei welcher ich arbeite, wollte meinen Rucksack nicht nutzen. Frustriert? Nein. Es ist nur blöd, dass du vor einem Wegweiser stehst welcher verschiedene Pfeile (Möglichkeiten) aufweist. Ich habe festgestellt, dass nach jedem erreichtem Ziel zwei empfindlche (meist unbequeme) Nerven getroffen werden: Einerseits “kann”, “darf”, “muss” entschieden werden und adererseit kommen die drei goldenen Buchstaben ins Spiel: “T” “U” “N”! Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Diesen muss man aber “tun”. Sonst bleibst Du am Ort stehen und der wertvolle Rucksack wird zur Last! Also habe ich den ersten Schritt gemacht und erlebe Glücksmomente die mir sonst verwehrt geblieben wären. Neuer Horizont, neue Ziele neue Bücher… ;-)

    Viele Grüsse

    Michael

  10. Christine Behrendt  on August 10th, 2010

    Ich habe mich ertappt gefühlt! Genauso geht es mir sehr oft. Ich lese und lese und lese und finde viel zu viel interessant. Bloß mit der nutzbringenden Umsetzung hapert es dann. Ich wäre jetzt an der Lösung des Problems interessiert ;-) . Vielleicht bin ich auch einfach nur “lernresistent”?
    Auf jeden Fall besten Dank für die hilfreichen Denkanstöße!
    Beste Grüße, Christine

  11. mick mende  on August 10th, 2010

    ja, ja, genau so ist es – aber: wie finde ich die motivation die 4 lösungsschritte auch konsequent umzusetzen?
    beste grüße aus dem schwarzwald – mick mende


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